Mit den Lebensmitteln, die jährlich in der Eu und Nordamerika unberührt weggeworfen werden, könnten alle Hungernden dieser Erde dreimal satt werden! Das ist Fakt und sollte jeden von uns mindestens den Bruchteil einer Sekunde zum nachdenken anregen, bevor wir wieder gedankenverloren in unsere Smartphones starren. #ablenkungistdiebestemedizin

 

In Europa werden jedes Jahr ca. 90 Tonnen GENIEßBARE Lebensmittel weggeworfen, davon allein 18 Millionen Tonnen in Deutschland, was by the way ein Drittel der jährlichen Produktion ist. Den Großteil tragen dabei übrigens nicht die großen Supermarktketten oder Fast Food Restaurants, sondern wir, die Endverbraucher. Statistisch gesehen werfen private Haushalte ca. 55 Millionen Tonnen (61 %) davon Weg, doch wenn ihr mich fragt, sind wir alle für die kompletten 100 % verantwortlich! Nicht nur, dass wir ständig übrig gebliebene Lebensmittel total unachtsam wegwerfen, wir erwarten auch, dass sie für uns überall neu und frisch zur Verfügung stehen, falls wir sie doch noch mal benötigen. 

 

 

 

 

 

Beginnen wir aber vorne, oder besser gesagt in der Mitte, beim Konsum. Wir gehen also einkaufen im Supermarkt unseres Vertrauens. Wir brauchen Tomaten, Kartoffeln und Äpfel, alles bitte zu jeder Jahreszeit nahezu perfekt. Wenn wir jetzt mal ehrlich zu uns sind, kauft niemand von uns den Apfel mit der Delle, solange er auch den Perfekten haben könnte. Und ohne, dass wir es in solchen Moment bewusst wahrnehmen, sind wir durch dieses Verhalten mit dafür verantwortlich, dass Lebensmittel angebaut und produziert, aber niemals für irgendwen zu Verfügung stehen werden, warum? Weil wir zu wählerisch geworden sind und damit den Wettbewerb bis ins unermässliche angetrieben haben. Wir wollen perfekte Tomaten, perfekte Kartoffeln und vollkommene Äpfel, wir wollen kein angedelltes Gemüse oder grünes unreifes Obst, weswegen die Handelsqualität mittlerweile über der der Ernährung steht und somit den eigentlichen Ernährungsgedanken völlig verdrängt.

Kurzes Beispiel aus den USA: Wenn dort eine Tomate, egal wie nahrhaft und sättigend sie sein mag, bei der Ernte einen geringeren Durchmesser, als 55 mm erreicht, wird sie aussortiert und entsorgt, weil sie somit nicht dem EU-Standard entspricht! Zusammengefasst bedeutet das dass, dieser übertriebene und völlig unnötige Anspruch nicht nur die Tomate verschwendet, sondern auch wichtige Ressourcen und Arbeitszeit verloren gehen.

In der EU ist es im Übrigen verboten, aussortierte Lebensmittel an Nutzvieh zu verfüttern.

“Nutzvieh” ein Wort, welches die schreckliche Grausamkeit direkt auf den Punkt bringt. Ich möchte an der Stelle überhaupt keine Debatte starten, wieso ich kein Fleisch esse, darum soll es heute nicht gehen, aber der Gedanke daran, dass Lebewesen sogar UNNÖTIG abgeschlachtet werden, weil wir im totalen Überfluss leben wollen, macht mich krank im Kopf und gibt mir das Gefühl im Hamsterrad vom Fleck getrampelt zu werden.

Genauso wie die Tatsache, die ich oben schon kurz angeschnitten habe. Jeder Hungernde dieser Welt könnte dreimal satt werden, mit den Lebensmitteln die wir in unserer unendlichen Arroganz verschwenden. Und nicht nur das, mit der Tatsache, dass wir die westliche Welt, Weizen für Brot kaufen, welches wir wegwerfen, verknappen wir das weltweite Angebot, was die Preise in die Höhe treibt und somit zur Folge hat, dass es sich die Einheimischen nicht mehr leisten können. Sprich, wir könnten den Hunger nicht nur beenden, wir sind sogar noch mitverantwortlich für dieses Elend. Doch für uns ist es normal geworden und der ein oder die andere wird sich jetzt auch in den eigenen Grundrechten unverstanden fühlen, wenn es einem zum Vorwurf gemacht wird, dass in einer hochfrequentierten Einkaufsmeile alle 50 Meter ein Bäcker mit frischen Brezeln und Brötchen lockt, doch dass die Wahrheit nicht immer wie eine warme, köstliche Laugenstange schmeckt, ist auch klar.

Worauf ich hinaus möchte, ist denke ich klar geworden, ich habe noch weitere Beispiele recherchiert, doch ich will hier auch nicht den Rahmen sprengen, viel interessanter ist es doch zu erfahren, was wir im Einzelnen tun können, um unseren Beitrag zu leisten.

Generell gilt, in einem bewussten Umgang mit seinem Konsum zu leben, sprich damit aufzuhören gedankenverloren zu konsumieren und einzukaufen. Schreibt euch Listen mit den Lebensmitteln, die ihr wirklich braucht. Wer einen Schritt weiter gehen möchte kann gleich ganze Essenspläne aufstellen, um noch gezielter einkaufen gehen zu können. Beim Einkauf selbst, einfach mal über den eigenen Schatten springen und den Apfel mit der Delle kaufen oder auch mal den Joghurt mitnehmen, der laut Mindesthaltbarkeit die nächste Tage abläuft.

Übrigens das MHD= Mindesthaltbarkeitsdatum gibt lediglich Auskunft darüber, wie lange ein Produkt am Geschmacksreichsten ist, liegt der Joghurt also drei Tage über dem MHD., bekommt man davon keine Salmonellenvergiftung, sondern muss im Höchstfall lediglich etwas mehr Molke wegkippen.

Das Verbrauchsdatum, wie es bei Fisch und Fleisch angegeben wird, ist jedoch in jedem Fall zu berücksichtigen! Hier wird wirklich Auskunft über die Verträglichkeit gegeben.

Also einfach mal beim Einkauf nicht den Käse von ganz hinten greifen und auch mal durch die reduzierten Restposten stöbern. Wie oft steht dort Müsli, dessen Verpackung lediglich angedellt ist, zum halben preis. Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern schont auch noch euren Geldbeutel.

Auch ne gute Sache ist, dass zum Beispiel ein großer Discounter sein Obst und Gemüse Samstags abends zum Viertel des ursprünglichen Preises anbietet, um zu vermeiden das Lebensmittel unnötig weggeschmissen werden. Auch hier kann man wieder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. 

Zusätzlich könnt ihr Gemüse welches im Kühlschrank vor sich hin vegetiert blanchieren und einfrieren, bevor ihr es an Ort und Stelle einfach vergammeln lässt. Ebenso einfach geht das mit Brot, so kann man nach Bedarf auftauen und riskiert nicht, dass es im Korb anfängt zu schimmeln.

Noch ne gute Sache sind Foodsharing Apps. Dort kann man nicht nur als privater Haushalt anbieten, wenn etwas übergeblieben ist, sondern mittlerweile haben sich auch Ketten diesen Portalen angeschlossen, um am Abend übrig gebliebene Ware, also Essen zu teilen.

Und zu guter Letzt: Die klassische Spende. Ich erinnere mich lebhaft an ein Osterfest vor einigen Jahren mit der Familie. Am Ende des Tages blieb das Essen Plattenweise übrig. Wurst, Käse, Cremes, Dips und Baguette eben alles, was so einen Brunch perfekt macht. Keiner wusste so recht wohin mit dem ganzen Zeug, weswegen kurzer Prozess gemacht werden sollte. Ich werde nie vergessen, wie meine Schwester und ich uns angeschaut haben. Das ganze Essen wegzuwerfen und zu wissen, dass genug Menschen, allein in unserer Stadt gerade nicht so ausgiebig gebruncht haben, hat sich so unendlich falsch angefühlt, dass wir kurzerhand beschlossen, es in eine bedürftige Unterkunft zu fahren. Es gibt bestimmt angenehmere Beschäftigungen, als Ostersonntag Essen an Junkies und Obdachlose zu verteilen, aber es gibt bestimmt nichts cooleres! Einfach mal Teilen! 

Mit dieser kleinen Geschichte entlasse ich euch jetzt aus meinem kleinen Appell und freue mich auf eure Tipps und Tricks rund um das Thema

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